Opa

Viel Terror um nichts

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ihr werdet euch sicher fragen, was Opa am 11. September 2001 gemacht hat, als die Anschläge in New York stattgefunden haben.

Ich habe damals Hausaufgaben gemacht. Welch eine Ironie. Am anderen Ende der Welt bricht mit ein paar einstürzenden Wolkenkratzern ein neues Zeitalter an und Opa ist  mit bruchrechnen beschäftigt.

Seitdem sind wir im Krieg, im Krieg gegen den Terror. Wir lassen unser komplettes Leben von schattigen Diensten durchleuchten und wir wählen Politiker, die mit immer neuen Sicherheitsgesetzen erfundene Gefahren bekämpfen.

Unsere Armeen bomben seit Jahren fremde Länder zurück in die Steinzeit. Die Menschen, die vor unserem Krieg fliehen lassen wir zu tausenden im Mittelmeer ertrinken oder auf dem Balkan erfrieren. Schaffen sie es doch zu uns und wir schieben sie nicht sofort ab, so treffen sie auf überforderte Kommunen und besorgte Bürger, die ihre Unterkünfte in Brand stecken.

Konnten wir mit unserem Krieg die Anschläge vom 13. November 2015 in Paris verhindern? Nein. Wir sind noch genauso verwundbar wie wir es 2001 waren. Krieg gegen den Terror hin oder her.

Ach meine lieben Enkel, ich weiß nicht, was diese Terroristen antreibt. Ich kann es mir nicht einmal vorstellen. Wenn es ihnen aber darum geht uns und unseren Krieg vorzuführen, dann haben sie gewonnen.

Übrigens weiß ich noch, was ich am 13. November 2015 während der Anschläge von Paris gemacht habe. Ich habe im Kino James Bond Spectre geguckt. Welch eine Ironie.