Dort Wo Gott Wohnt

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

kennt ihr das auch: Ihr kommt mach einer durchzechten Nacht nach Hause und der Imam hat bereits zum Gebet gerufen? Wie, kennt ihr nicht? Dann lebt ihr wahrscheinlich in Deutschland und ich muss euch jetzt einiges erklären.

1. Die meisten Rufe zum Gebet kommen in Wirklichkeit vom Band.

2. Neben einer Moschee wohnen? Schlechte Idee. Sehr laut und dauernd Falschparker, die dir die Einfahrt zuparken.

3. Moscheen gibt es überall. Vor ein paar Wochen hat erst eine in meiner Siedlung eröffnet. Dreihundert Meter weiter steht die nächste. Im Umkreis von einem Kilometer sind es mindestens drei weitere. Die nächste Schule ist übrigens fünf Kilometer entfernt.

4. Um eine Kirche zu bauen braucht es unzählige schwer zu bekommende Genehmigungen. Für eine Moschee braucht man nur Geld.

5. Jede größere Firma, ist per Gesetz dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine Moschee zur Verfügung zu stellen.

Blumen Im Dezember

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Surfende Weihnachtsmänner gehören im Deutschen Fernsehen einfach dazu. Wahrscheinlich weil man sich den Sommer wünscht und es dieses Jahr zu Weihnachten wieder keinen Schnee gab. Doch als jemand, der jetzt bereits das fünfte Jahr in den Tropen verbacht hat, kann ich euch versichern, dass es schnell langweilig wird, wenn es das ganze Jahr nie kälter als 24 Grad ist und beinahe täglich die Sonne scheint.

Was bleibt mir aber anderes, als das Beste draus zu machen und Blumen im Dezember zu fotografieren.

Opas Garten

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Vielleicht kennt ihr ja schon meine Liebe für die Gartenarbeit. Wenn nicht, dann heißt das, dass eine über Generationen gepflegte Leidenschaft der Reiseners mit mir ihr abruptes Ende gefunden hat. Schade, aber wie meine Oma mütterlicherseits immer mit preußischer Nüchternheit zu sagen pflegte: Da kann man nichts machen.

Opa, werdet ihr jetzt sagen, komm endlich zum Punkt! Seit einem Jahr wohne ich mit Oma in einem kleinen Haus im Osten von Surabaya. Während die meisten unserer Nachbarn die Freifläche vor ihren Häusern zubetoniert haben, um ihre Autos darauf zu parken, haben sich unsere Vermieter dazu entschlossen, einen Garten anzulegen.

So ein Vorgarten zieht natürlich allerlei Missgönner an und deshalb sollte man zu allererst in eine gute Verteidigungsstrategie investieren. Glücklicherweise lebt Opa in einem Land voll religiös bedingter Hunde-Phobiker. Und so lässt Opa sein Anwesen Tag und Nacht von drei viel zu verspielten Vierbeinern bewachen. Ganz nebenbei lassen sich leere Hundefutterdosen ganz wunderbar zu Blumentöpfen umfunktionieren. Aber zurück zum Garten selbst.

Eine solide Basis haben meine Vermieter da geschaffen, aber Zierpflanzen sind nicht mein Ding und die Goldfische hat der Hund gefressen. Also habe ich mich dazu entschlossen, den Garten etwas zu erweitern. Hier eine kleine Zusammenfassung:

## 1. Avocado

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**Wissenswertes:** Die Avocadofrucht zählt zu den Beeren, die Pflanze selbst gibt es etwa seit dem 19. Jahrhundert in Indonesien und sie kommt ursprünglich aus Mexiko, wo sie bereits seit tausenden Jahren eine wichtige Rolle spielt.

**Verwendung:** Avocados sind sehr fettig und werden gerne zum kochen verwendet. Zum Beispiel für Sushi oder als Paste. Man kann sie aber auch einfach in einen Mixer mit Zucker, Milch und Eis tun. Ohne Frage Opas liebster Verwendungszweck.

**Anbau:** Der Kern der Frucht ist relativ groß, im Verhältnis zur Frucht selbst (zumindest bei der Sorte, die in Indonesien am häufigsten vorkommt). Ich habe einfach ein paar Kerne gesammelt und beim einpflanzen darauf geachtet, dass sie halb aus der Erde schauen. Nach ein paar Monaten hatte ich dann Setzlinge. Da Avocados an einem Baum wachsen, dauert es relativ lange, bis man zum ersten Mal ernten kann. Vielleicht, liebe Enkelkinder, verdonnern euch genau heute eure Eltern dazu, die Früchte von den Bäumen zu ernten, die ich einst pflanzte. Allerdings solltet ihr bei der Ernte genau darauf achten, dass ihr nur reife Früchte erntet, denn faule oder unreife Avocados schmecken bitter und wer will schon einen bitteren Milkshake. 

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## 2. Mango

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**Wissenswertes:** Stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Asiens und hat sich inzwischen auch in Afrika, Süd-/Mittel- und Teilen Nordamerikas und Südeuropas als Kulturpflanze behauptet. Laut Wikipedia gibt es inzwischen mehr als 1000 verschiedene Sorten.

**Verwendung:** Hauptsächlich als Lebensmittel. Wie auch Avocado kann man auch aus Mango leckere Milkshakes herstellen. Aus dem Kern kann man außerdem Öl gewinnen, was bei der Herstellung von Kosmetik-Artikeln oder Schokolade wichtig ist.

**Anbau:** In der Regel dauert es nur ein paar Wochen, bis aus Mangokernen die ersten Triebe entstehen. Auch sonst wächst die Pflanze relativ schnell. Teilweise mehrere Zentimeter am Tag.

## 3. Orange

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**Wissenswertes:** Stammt aus China und Südostasien und etwa im 15 Jahrhundert ist die Orange, wie wir sie heute kennen, nach Europa gekommen.

**Verwendung:** Am liebsten presst Opa seinen eigenen Orangensaft. Manchmal nehme ich sie aber auch zum kochen oder ich esse sie einfach so.

Außerdem werden Orangen in der Industrie für Duftstoffe verwendet.

**Anbau:** Ich trockne die Kerne meistens bevor ich sie verpflanze. Nach zwei bis drei Wochen sind dann die ersten Triebe zu sehen.

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## 4. Honigmelone

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**Wissenswertes:** Gehört zu den Zuckermelonen und ist eine Art aus der Gattung der Gurken. Außerdem gehört sie zur Familie der Kirbisgewächse.

**Verwendung:** Eignet sich vor allem für den direkten Verzerr. Kann aber auch für Obstsalate verwendet werden

**Anbau:** Wächst überall dort, wo man Samen fallen lässt. Es dauert oft nur wenige Tage, bis die ersten Triebe zu erkennen sind.

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## 5. Chili

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**Wissenswertes:** Stammt ursprünglich aus Mittel und Südamerika. Durch den weltweiten Handel, der durch die Kolonialisierung der Welt entstanden ist, kam Chili auch nach Südostasien und ist seitdem ein fester Bestandteil der lokalen Kochkultur.

**Verwendung:** Vor allem zum Kochen. Eignet sich aber auch wunderbar für Mutproben. Wenn ihr es mal übertreiben solltet Milch hilft. Opa macht am liebsten scharfe Soße aus Chili. Einfach Tomaten klein schneiden und in Öl zerkochen lassen. Anschließend viel Knoblauch, Zwiebeln, zwei bis drei kugelförmige Auberginen, Chili (kleinschneiden) und Pfeffer hinzu geben und für ein paar Minuten bei kleiner Flamme brodeln lassen.

**Anbau:** Nach ein bis zwei Monaten sollten die ersten Triebe zu erkennen sein. Die Pflanze selbst kann mehrere Jahre alt werden.

Bio Auf Indonesisch

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ich habe ja bereits von der Landflucht in Indonesien berichtet. Viele Menschen, die in die Stadt fliehen, sind Bauern und da es oft an anderen Verdienstmöglichkeiten mangelt, wird die heimische Ziegenzucht kurzerhand mit in die neue Heimat genommen. Natürlich sind die Weiden in der Stadt nicht ganz so grün und so ernähren sich die Tiere oft von dem, was die illegalen Mülldeponien so hergeben.

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Nach Der Hochzeitsnacht

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Was für Indonesier ein vertrauter Anblick ist, dürfte viele meiner deutschen Follower irritieren: Gerade in ärmeren Gegenden Indonesiens ist es durchaus üblich, dass Straßen anlässlich einer Hochzeitsfeier komplett gesperrt werden und ein großes Festzelt aufgebaut wird, um viele Gäste willkommen zu heißen.

Auf den meisten Empfängen gilt außerdem dabeisein ist alles und viele Gäste verschwinden nach einem kurzen Snack und dem obligatorischen Foto mit dem Brautpaar wieder.

Aktuell heiraten besonders viele Paare, denn der Monat nach dem islamischem Opferfest gilt als ein besonders guter Monat um zu heiraten.

Home Sweet Home

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ähnlich wie in Deutschland zieht es auch in Indonesien immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Doch während in Deutschland vor allem die Mieten steigen, hausen in Indonesien viele Menschen in baufälligen Holzverschlägen. Man findet sie beinahe überall und keine dreihundert Meter von meinem Haus entfernt ist inzwischen sogar eine ganze Siedlung entstanden.

Die Behörden drücken derweil beide Augen zu. Zumindest solange niemand Anspruch auf das besetzte Brachland erhebt.

Baustopp

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Dieser Tage wird viel gebaut in Indonesien. Fast im Wochentakt entstehen neue Baustellen. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt genug Interessenten für die vielen Villen, Apartments und Bürotürme gibt. Klar, Indonesiens Bevölkerung ist locker dreimal so groß wie die Deutsche und im Gegensatz zu vielen Ländern Europas steigt der Lebensstandard hier von Generation zu Generation noch an.

Doch die Wahrheit ist, dass viele Häuser leer stehen und Betreiber von Apartments nachts das Licht in den leeren Wohneinheiten anschalten lassen, um zu suggerieren, dass es keinen Leerstand gibt.

Meine Wohnsiedlung ist da keine Ausnahme. Auch hier steht vieles leer und es gibt sogar einen ganzen Straßenzug der während seiner Errichtung von heute auf morgen aufgegeben wurde.

Genau diesen habe ich vor ein paar Tagen ausgekundschaftet. Es war kein sehr angenehmer Spaziergang. Galt es doch die illegale Mülldeponie, welche gut vor den Bewohnern versteckt liegt, zu durchqueren.

Interessant ist, dass die aufgegeben Häuser nicht so verlassen sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Überall hing Wäsche und eines der Häuser scheint sogar Strom zu haben, was man an dem Kabel erkennen konnte, welches bis zu den Holzhütten auf der anderen Seite der Deponie reichte.

Ich vermute, dass die Baustelle selbst noch nicht sehr alt sein dürfte. Kaum Schimmel und auch die Wandfarbe scheint bei vielen Häusern trotz des tropischen Klimas noch ganz gut in Takt.

Irgendwie ist schon etwas befremdlich in einem der zerfallenden Rohbauten zu stehen und sich vorzustellen, wie keinen halben Kilometer Luftlinie entfernt gerade eine neue Siedlung aus der Traufe gehoben wird. In Indonesien wird viel gebaut dieser Tage.

Der Zugang zu den Häusern liegt gut versteckt.

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In einem der intakteren Häuser (auf der linken Seite) gibt es sogar einen Stromanschluss.

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Menschliche hinterlassenschaften wohin das Auge blickt.

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Von der Bauweise ähneln die Häuser sehr dem Haus, indem ich momentan wohne.

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Streetlife

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

zu erst möchte ich mich bei euch für dieses wirklich schlechte Foto entschuldigen. Ich habe weder in den Sucher geschaut noch mir über irgendwelche Einstellungen Gedanken gemacht.

Mir geht es bei diesem Foto eher darum euch dieses lustige Gefährt zu zeigen, welches mir da mitten in der Nacht an einer Ampelkreuzung begegnet ist. Denn in einer hypothetischen Zukunft, in der ihr das hier (hoffentlich) lesen werdet, wird es so etwas, wahrscheinlich auf Grund von Ölmangel, nicht mehr geben.

Es Brennt

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Manchmal staunt Opa, wie indonesisch er inzwischen geworden ist. Jacke und Handschuhe bei dreißig Grad im Schatten, Reis zu jeder Mahlzeit und ein Fahrstil, der noch schlimmer ist, als während meines Zivildienstes.

Doch es gibt auch Momente, in denen mich dieses schöne Land verstört.  Bei der Müllentsorgung zum Beispiel. Ich brauche keine dreihundert Meter zu laufen um zu sehen, wo mein Hausmüll landet: Nämlich auf einer Wiese hinter meiner Siedlung, wo er dann von ein paar Ziegen gefressen wird. Was die Ziegen nicht schaffen, wird einmal im Jahr einfach verbrannt. So geschehen vergangenes Wochenende.

Der Zeitpunkt ist denkbar günstig. Die meisten Anwohner sind zu ihren Familien aufs Land gefahren um das Ende des islamischen Fastenmonat zu feiern. Ist auch besser so, denn wer will sich schon freiwillig einer von den Abfällen des vergangenen Jahres räuchern lassen.

Opa hatte übrigens Glück; der Wind stand günstig.