Bio Auf Indonesisch

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ich habe ja bereits von der Landflucht in Indonesien berichtet. Viele Menschen, die in die Stadt fliehen, sind Bauern und da es oft an anderen Verdienstmöglichkeiten mangelt, wird die heimische Ziegenzucht kurzerhand mit in die neue Heimat genommen. Natürlich sind die Weiden in der Stadt nicht ganz so grün und so ernähren sich die Tiere oft von dem, was die illegalen Mülldeponien so hergeben.

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Food Court Chinatown

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Manchmal kommt mir meine Wahlheimat Indonesien etwas provinziell vor. Nicht dass in Indonesien zu wenig Menschen leben würden. Aber mir fehlt manchmal das internationale Flair. Indonesien ist nicht gerade bekannt als ein Land in das viele Menschen ziehen (wenn man einmal von den paar verwegenen Westeuropäern und Amerikanern absieht die von Indonesiern gemeinhin als Bule tituliert werden).

Singapur ist da von ganz anderem Schlage und hier leben viele asiatische Kulturen friedlich miteinander auf engstem Raum.

Das wird einem besonders dann bewusst, wenn man einen der zahllosen Food-Courts ansteuert, in man Indisch, Chinesisch oder Malaiisch essen gehen kann.

Interessanterweise bildet Chinatown eine Ausnahme von der Kulturellen Vielfalt. Hier wird man (egal ob Tourist oder nicht) zu erst auf Mandarin angesprochen und man trifft vor allem auf ältere Herrschaften (meist Männlich) die ihre Nachmittage im Gewirr zwischen Sitzbänken und Obstständen verbringen und Brettspiele miteinander spielen. Das Schöne ist keine halbe Stunde mit der Ubahn entfernt liegt Little India indem es wiederum komplett anders aussieht.

Nach Der Hochzeitsnacht

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Was für Indonesier ein vertrauter Anblick ist, dürfte viele meiner deutschen Follower irritieren: Gerade in ärmeren Gegenden Indonesiens ist es durchaus üblich, dass Straßen anlässlich einer Hochzeitsfeier komplett gesperrt werden und ein großes Festzelt aufgebaut wird, um viele Gäste willkommen zu heißen.

Auf den meisten Empfängen gilt außerdem dabeisein ist alles und viele Gäste verschwinden nach einem kurzen Snack und dem obligatorischen Foto mit dem Brautpaar wieder.

Aktuell heiraten besonders viele Paare, denn der Monat nach dem islamischem Opferfest gilt als ein besonders guter Monat um zu heiraten.

Home Sweet Home

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ähnlich wie in Deutschland zieht es auch in Indonesien immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Doch während in Deutschland vor allem die Mieten steigen, hausen in Indonesien viele Menschen in baufälligen Holzverschlägen. Man findet sie beinahe überall und keine dreihundert Meter von meinem Haus entfernt ist inzwischen sogar eine ganze Siedlung entstanden.

Die Behörden drücken derweil beide Augen zu. Zumindest solange niemand Anspruch auf das besetzte Brachland erhebt.

Hinter Den Fassaden Singapurs

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Aus der Luft betrachtet mach Singapur richtig was her. Besonders die extravagante Architektur der Marina Bay Wolkenkratzer ist unverwechselbar.

Doch wirklich interessant finde ich das alte Singapur – Jene Straßen in denen sich Hintereingang an Hintereingang reiht und sich nie ein Tourist hin verirrt. Enge Gassen in denen man denAngestellten der zahllosen Restaurants bei ihren Zigarettenpausen begegnet und die oft von Lieferfahrzeugen blockiert werden.

Wer allerdings Gestank und Dreck erwartet, der kennt Singapur nicht. Selbst auf den Hinterhöfen scheint man genau auf Ordnung und Sauberkeit zu achten.

Kleinvieh

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Seit Opa in Indonesien lebt hat er sein Verhältnis zu Kleintier grundsätzlich überdacht. Aus Abscheu wurde Interesse und so kommt es nicht von ungefähr, dass Opa sich neuerdings in Makrofotografie probiert. Bei Makrofotografie handelt sich um eine Disziplin in der Fotografie, bei der fotografierte Objekte mit einem Mindestmaßstab von 1:1 abgebildet werden.

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Baustopp

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Dieser Tage wird viel gebaut in Indonesien. Fast im Wochentakt entstehen neue Baustellen. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt genug Interessenten für die vielen Villen, Apartments und Bürotürme gibt. Klar, Indonesiens Bevölkerung ist locker dreimal so groß wie die Deutsche und im Gegensatz zu vielen Ländern Europas steigt der Lebensstandard hier von Generation zu Generation noch an.

Doch die Wahrheit ist, dass viele Häuser leer stehen und Betreiber von Apartments nachts das Licht in den leeren Wohneinheiten anschalten lassen, um zu suggerieren, dass es keinen Leerstand gibt.

Meine Wohnsiedlung ist da keine Ausnahme. Auch hier steht vieles leer und es gibt sogar einen ganzen Straßenzug der während seiner Errichtung von heute auf morgen aufgegeben wurde.

Genau diesen habe ich vor ein paar Tagen ausgekundschaftet. Es war kein sehr angenehmer Spaziergang. Galt es doch die illegale Mülldeponie, welche gut vor den Bewohnern versteckt liegt, zu durchqueren.

Interessant ist, dass die aufgegeben Häuser nicht so verlassen sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Überall hing Wäsche und eines der Häuser scheint sogar Strom zu haben, was man an dem Kabel erkennen konnte, welches bis zu den Holzhütten auf der anderen Seite der Deponie reichte.

Ich vermute, dass die Baustelle selbst noch nicht sehr alt sein dürfte. Kaum Schimmel und auch die Wandfarbe scheint bei vielen Häusern trotz des tropischen Klimas noch ganz gut in Takt.

Irgendwie ist schon etwas befremdlich in einem der zerfallenden Rohbauten zu stehen und sich vorzustellen, wie keinen halben Kilometer Luftlinie entfernt gerade eine neue Siedlung aus der Traufe gehoben wird. In Indonesien wird viel gebaut dieser Tage.

Der Zugang zu den Häusern liegt gut versteckt.

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In einem der intakteren Häuser (auf der linken Seite) gibt es sogar einen Stromanschluss.

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Menschliche hinterlassenschaften wohin das Auge blickt.

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Von der Bauweise ähneln die Häuser sehr dem Haus, indem ich momentan wohne.

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Es Brennt

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Hallo meine lieben Enkelkinder,

Manchmal staunt Opa, wie indonesisch er inzwischen geworden ist. Jacke und Handschuhe bei dreißig Grad im Schatten, Reis zu jeder Mahlzeit und ein Fahrstil, der noch schlimmer ist, als während meines Zivildienstes.

Doch es gibt auch Momente, in denen mich dieses schöne Land verstört.  Bei der Müllentsorgung zum Beispiel. Ich brauche keine dreihundert Meter zu laufen um zu sehen, wo mein Hausmüll landet: Nämlich auf einer Wiese hinter meiner Siedlung, wo er dann von ein paar Ziegen gefressen wird. Was die Ziegen nicht schaffen, wird einmal im Jahr einfach verbrannt. So geschehen vergangenes Wochenende.

Der Zeitpunkt ist denkbar günstig. Die meisten Anwohner sind zu ihren Familien aufs Land gefahren um das Ende des islamischen Fastenmonat zu feiern. Ist auch besser so, denn wer will sich schon freiwillig einer von den Abfällen des vergangenen Jahres räuchern lassen.

Opa hatte übrigens Glück; der Wind stand günstig.