Aus dem Archiv: Royaler Besuch in Perleberg

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Erschienen im September 2012 auf Mein-Perleberg.de

Der 24. September 2000 ist lange her. Ein Sonntag war es, Spätsommer. Ich war damals elf Jahre alt, hatte meine zweite “Freundin” und hörte ausschließlich die Ärzte. Damals waren Stadtfeste noch groß, überhapt war alles viel größer. Der 24. September war aber nicht nur ein Sonntag von vielen. Die Prinzen waren nach Perleberg gekommen um im Hagen zu spielen. Eine Band die ich von meinem größeren Cousian kannte, der inzwischen aber auf Eminem umgestiegen war und seine alten Prinzen-CDs im Regal verstauben ließ. Eine Karte hatte ich mir trotzdem besorgt, schließlich kommen die Prinzen ja nicht alle Tage nach Perleberg.

Ich fieberte dem Konzert mehr und mehr entgegen, ohne so recht zu wissen, was mich eigentlich erwartet.

Dann aber der erste Schock, als die Prinzen auf die Bühne kamen. Bass, Gitarre und Schlagzeug spielten eine untergeordente Rolle, stattdessen fünf Typen die ihrem Publikum auf Barhockern gegenüber saßen und die mich damals eher an einen alt gewordenen Knabenchor erinnerten, als an eine richtige Band.

Trotzdem schafften sie es im Verlaufe des Konzerts mein Herz zu erobern. Die Ärzte? Nein ab jetzt waren die Prinzen meine Helden – Zumindest für einen Abend. “Perleberg, wir werden euch nie vergessen”, haben die Prinzen damals zum Abschied gesagt. Ich habe die Prinzen nie vergessen.

Vergangenes Wochenende, nach fast zwölf Jahren beehren die Prinzen Perleberg erneut. Die Prinzen sind älter geworden. Silberpfeil statt blonder Löwenmähne. Auch ich bin älter geworden. Den Stimmbruch habe ich längst hinter mir, die Ärzte höre ich nur noch in nostalgischen Momenten und eine andere Freundin habe ich jetzt auch.

Die Musik ist immernoch die selbe und ein bisschen fühle ich mich wieder wie der kleine elfjährige Stefan auf seinem ersten richtigen Konzert ohne elterliche Begleitung. Aber eben nur ein bisschen.

“Wir sind heute ja nicht das erste mal in Perleberg”, höre ich einen der Prinzen sagen. Innerlich beginne ich zu grinsen und mich darüber zu freuen, dass sie Perleberg nicht vergessen hatten. “Vor kurzem sind wir durch Perleberg gefahren und haben beim Edeka-Markt einen vorzüglichen Döner gegessen.” Das Publikum lacht laut auf und aplaudiert.

12 Jahre sind eben doch eine lange Zeit.