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Nov 5, 2016 TWEET LINK

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Welcome and Getting Started
Sep 19, 2016 TWEET LINK

Welcome to this jekyll theme!
Edit _config.yml how you want, and see what happens…..

Surabaya oder wie ich es nenne: das Venedig des Ostens
Jun 4, 2016 TWEET LINK

Geschichten aus Opas Garten
Nov 23, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Vielleicht kennt ihr ja schon meine Liebe für die Gartenarbeit. Wenn nicht, dann heißt das, dass eine über Generationen gepflegte Leidenschaft der Reiseners mit mir ihr abruptes Ende gefunden hat. Schade, aber wie meine Oma mütterlicherseits immer mit preußischer Nüchternheit zu sagen pflegte: “Da kann man nichts machen”.

Opa, werdet ihr jetzt sagen, komm endlich zum Punkt! Seit einem Jahr wohne ich mit Oma in einem kleinen Haus im Osten von Surabaya. Während die meisten unserer Nachbarn die Freifläche vor ihren Häusern zubetoniert haben, um ihre Autos darauf zu parken, haben sich unsere Vermieter dazu entschlossen, einen Garten anzulegen.

So ein Vorgarten zieht natürlich allerlei Missgönner an und deshalb sollte man zu allererst in eine gute Verteidigungsstrategie investieren. Glücklicherweise lebt Opa in einem Land voll religiös bedingter Hunde-Phobiker. Und so lässt Opa sein Anwesen Tag und Nacht von drei viel zu verspielten Vierbeinern bewachen. Ganz nebenbei lassen sich leere Hundefutterdosen ganz wunderbar zu Blumentöpfen umfunktionieren. Aber zurück zum Garten selbst.

Eine solide Basis haben meine Vermieter da geschaffen, aber Zierpflanzen sind nicht mein Ding und die Goldfische hat der Hund gefressen. Also habe ich mich dazu entschlossen, den Garten etwas zu erweitern. Hier eine kleine Zusammenfassung:

1. Avocado

Wissenswertes: Die Avocadofrucht zählt zu den Beeren, die Pflanze selbst gibt es etwa seit dem 19. Jahrhundert in Indonesien und sie kommt ursprünglich aus Mexiko, wo sie bereits seit tausenden Jahren eine wichtige Rolle spielt.

Verwendung: Avocados sind sehr fettig und werden gerne zum kochen verwendet. Zum Beispiel für Sushi oder als Paste. Man kann sie aber auch einfach in einen Mixer mit Zucker, Milch und Eis tun. Ohne Frage Opas liebster Verwendungszweck.

Anbau: Der Kern der Frucht ist relativ groß, im Verhältnis zur Frucht selbst (zumindest bei der Sorte, die in Indonesien am häufigsten vorkommt). Ich habe einfach ein paar Kerne gesammelt und beim einpflanzen darauf geachtet, dass sie halb aus der Erde schauen. Nach ein paar Monaten hatte ich dann Setzlinge. Da Avocados an einem Baum wachsen, dauert es relativ lange, bis man zum ersten Mal ernten kann. Vielleicht, liebe Enkelkinder, verdonnern euch genau heute eure Eltern dazu, die Früchte von den Bäumen zu ernten, die ich einst pflanzte. Allerdings solltet ihr bei der Ernte genau darauf achten, dass ihr nur reife Früchte erntet, denn faule oder unreife Avocados schmecken bitter und wer will schon einen bitteren Milkshake. 

2. Mango

Wissenswertes: Stammt ursprünglich aus den Regenwäldern Asiens und hat sich inzwischen auch in Afrika, Süd-/Mittel- und Teilen Nordamerikas und Südeuropas als Kulturpflanze behauptet. Laut Wikipedia gibt es inzwischen mehr als 1000 verschiedene Sorten.

Verwendung: Hauptsächlich als Lebensmittel. Wie auch Avocado kann man auch aus Mango leckere Milkshakes herstellen. Aus dem Kern kann man außerdem Öl gewinnen, was bei der Herstellung von Kosmetik-Artikeln oder Schokolade wichtig ist.

Anbau: In der Regel dauert es nur ein paar Wochen, bis aus Mangokernen die ersten Triebe entstehen. Auch sonst wächst die Pflanze relativ schnell. Teilweise mehrere Zentimeter am Tag.

3. Orange

Wissenswertes: Stammt aus China und Südostasien und etwa im 15 Jahrhundert ist die Orange, wie wir sie heute kennen, nach Europa gekommen.

Verwendung: Am liebsten presst Opa seinen eigenen Orangensaft. Manchmal nehme ich sie aber auch zum kochen oder ich esse sie einfach so.

Außerdem werden Orangen in der Industrie für Duftstoffe verwendet.

Anbau: Ich trockne die Kerne meistens bevor ich sie verpflanze. Nach zwei bis drei Wochen sind dann die ersten Triebe zu sehen.

4. Honigmelone

Wissenswertes: Gehört zu den Zuckermelonen und ist eine Art aus der Gattung der Gurken. Außerdem gehört sie zur Familie der Kirbisgewächse.

Verwendung: Eignet sich vor allem für den direkten Verzerr. Kann aber auch für Obstsalate verwendet werden

Anbau: Wächst überall dort, wo man Samen fallen lässt. Es dauert oft nur wenige Tage, bis die ersten Triebe zu erkennen sind.

5. Chili

Wissenswertes: Stammt ursprünglich aus Mittel und Südamerika. Durch den weltweiten Handel, der durch die Kolonialisierung der Welt entstanden ist, kam Chili auch nach Südostasien und ist seitdem ein fester Bestandteil der lokalen Kochkultur.

Verwendung: Vor allem zum Kochen. Eignet sich aber auch wunderbar für Mutproben. Wenn ihr es mal übertreiben solltet – Milch hilft. Opa macht am liebsten scharfe Soße aus Chili. Einfach Tomaten klein schneiden und in Öl zerkochen lassen. Anschließend viel Knoblauch, Zwiebeln, zwei bis drei kugelförmige Auberginen, Chili (kleinschneiden) und Pfeffer hinzu geben und für ein paar Minuten bei kleiner Flamme brodeln lassen.

Anbau: Nach ein bis zwei Monaten sollten die ersten Triebe zu erkennen sein. Die Pflanze selbst kann mehrere Jahre alt werden.

 

Viel Terror um nichts
Nov 14, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ihr werdet euch sicher fragen, was Opa am 11. September 2001 gemacht hat, als die Anschläge in New York stattgefunden haben.

Ich habe damals Hausaufgaben gemacht. Welch eine Ironie. Am anderen Ende der Welt bricht mit ein paar einstürzenden Wolkenkratzern ein neues Zeitalter an und Opa ist  mit bruchrechnen beschäftigt.

Seitdem sind wir im Krieg, im Krieg gegen den Terror. Wir lassen unser komplettes Leben von schattigen Diensten durchleuchten und wir wählen Politiker, die mit immer neuen Sicherheitsgesetzen erfundene Gefahren bekämpfen.

Unsere Armeen bomben seit Jahren fremde Länder zurück in die Steinzeit. Die Menschen, die vor unserem Krieg fliehen lassen wir zu tausenden im Mittelmeer ertrinken oder auf dem Balkan erfrieren. Schaffen sie es doch zu uns und wir schieben sie nicht sofort ab, so treffen sie auf überforderte Kommunen und besorgte Bürger, die ihre Unterkünfte in Brand stecken.

Konnten wir mit unserem Krieg die Anschläge vom 13. November 2015 in Paris verhindern? Nein. Wir sind noch genauso verwundbar wie wir es 2001 waren. Krieg gegen den Terror hin oder her.

Ach meine lieben Enkel, ich weiß nicht, was diese Terroristen antreibt. Ich kann es mir nicht einmal vorstellen. Wenn es ihnen aber darum geht uns und unseren Krieg vorzuführen, dann haben sie gewonnen.

Übrigens weiß ich noch, was ich am 13. November 2015 während der Anschläge von Paris gemacht habe. Ich habe im Kino James Bond Spectre geguckt. Welch eine Ironie.

Bio auf Indonesisch
Oct 25, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ich habe ja bereits von der Landflucht in Indonesien berichtet. Viele Menschen, die in die Stadt fliehen, sind Bauern und da es oft an anderen Verdienstmöglichkeiten mangelt, wird die heimische Ziegenzucht kurzerhand mit in die neue Heimat genommen. Natürlich sind die Weiden in der Stadt nicht ganz so grün und so ernähren sich die Tiere oft von dem, was die illegalen Mülldeponien so hergeben.

Food-Court Chinatown
Oct 24, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Manchmal kommt mir meine Wahlheimat Indonesien etwas provinziell vor. Nicht dass in Indonesien zu wenig Menschen leben würden. Aber mir fehlt manchmal das internationale Flair. Indonesien ist nicht gerade bekannt als ein Land in das viele Menschen ziehen (wenn man einmal von den paar verwegenen Westeuropäern und Amerikanern absieht die von Indonesiern gemeinhin als “Bule” tituliert werden).

Singapur ist da von ganz anderem Schlage und hier leben viele asiatische Kulturen friedlich miteinander auf engstem Raum.

Das wird einem besonders dann bewusst, wenn man einen der zahllosen Food-Courts ansteuert, in man Indisch, Chinesisch oder Malaiisch essen gehen kann.

Interessanterweise bildet Chinatown eine Ausnahme von der Kulturellen Vielfalt. Hier wird man (egal ob Tourist oder nicht) zu erst auf Mandarin angesprochen und man trifft vor allem auf ältere Herrschaften (meist Männlich) die ihre Nachmittage im Gewirr zwischen Sitzbänken und Obstständen verbringen und Brettspiele miteinander spielen. Das schöne ist – keine halbe Stunde mit der Ubahn entfernt liegt Little India indem es wiederum komplett anders aussieht.

Hinter den Fassaden Singapurs
Oct 23, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Aus der Luft betrachtet mach Singapur richtig was her. Besonders die extravagante Architektur der Marina Bay Wolkenkratzer ist unverwechselbar.

Doch wirklich interessant finde ich das alte Singapur – Jene Straßen in denen sich Hintereingang an Hintereingang reiht und sich nie ein Tourist hin verirrt. Enge Gassen in denen man denAngestellten der zahllosen Restaurants bei ihren Zigarettenpausen begegnet und die oft von Lieferfahrzeugen blockiert werden.

Wer allerdings Gestank und Dreck erwartet, der kennt Singapur nicht. Selbst auf den Hinterhöfen scheint man genau auf Ordnung und Sauberkeit zu achten.

Nach der Hochzeitsnacht
Oct 23, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Was für Indonesier ein vertrauter Anblick ist, dürfte viele meiner deutschen Follower irritieren: Gerade in ärmeren Gegenden Indonesiens ist es durchaus üblich, dass Straßen anlässlich einer Hochzeitsfeier komplett gesperrt werden und ein großes Festzelt aufgebaut wird, um viele Gäste willkommen zu heißen.

Auf den meisten Empfängen gilt außerdem dabeisein ist alles und viele Gäste verschwinden nach einem kurzen Snack und dem obligatorischen Foto mit dem Brautpaar wieder.

Aktuell heiraten besonders viele Paare, denn der Monat nach dem islamischem Opferfest gilt als ein besonders guter Monat um zu heiraten.

Home, sweet home
Oct 23, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Ähnlich wie in Deutschland zieht es auch in Indonesien immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Doch während in Deutschland vor allem die Mieten steigen, hausen in Indonesien viele Menschen in baufälligen Holzverschlägen. Man findet sie beinahe überall und keine dreihundert Meter von meinem Haus entfernt ist inzwischen sogar eine ganze Siedlung entstanden.

Die Behörden drücken derweil beide Augen zu. Zumindest solange niemand Anspruch auf das besetzte Brachland erhebt.

 

Sonnenuntergang
Jul 30, 2015 TWEET LINK

Kleinvieh
Jul 29, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Seit Opa in Indonesien lebt hat er sein Verhältnis zu Kleintier grundsätzlich überdacht. Aus Abscheu wurde Interesse und so kommt es nicht von ungefähr, dass Opa sich neuerdings in Makrofotografie probiert. Bei Makrofotografie handelt sich um eine Disziplin in der Fotografie, bei der fotografierte Objekte mit einem Mindestmaßstab von 1:1 abgebildet werden.

Landlust
Jul 28, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Uns Menschen, die wir in der Großstadt leben, plagt häufig die so genannte Landlust. Dabei vergessen wir vollkommen, wie wir mit vierzehn Jahren an der Bushaltestelle herumgelungert haben und uns gegenseitig davon erzählten, wie wir das Kaff, indem wir aufgewachsen sind, eines Tages verlassen werden. Auch die Nächte, die wir auf Großstadtbahnhöfen verbracht haben, weil wir den letzten Zug nach Hause um fünf Minuten verpasst haben, spielen keine Rolle mehr.

Stattdessen träumen wir von einem stattlichen Anwesen mit viel Garten drumherum, sauberer Landluft und einer Aussicht, die sonst nur auf Fototapeten zu finden ist.

Auch Opa packt die Landlust gerade sehr. Dabei ist das Landleben in Indonesien alles andere als beschaulich. Schlecht ausgebaute Infrastruktur, kaum vorhandenes Internet und Vulkane die regelmäßig ausbrechen sind nur ein paar der Gründe nicht auf dem Land leben zu wollen. Und so muss sich Opa auch weiterhin mit gelegentlichen Touren ins Grüne begnügen.

 

Im Gegensatz zu Deutschland lebt ein Großteil der Landbevölkerung noch heute direkt von der Landwirtschaft.

Baustopp
Jul 26, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Dieser Tage wird viel gebaut in Indonesien. Fast im Wochentakt entstehen neue Baustellen. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt genug Interessenten für die vielen Villen, Apartments und Bürotürme gibt. Klar, Indonesiens Bevölkerung ist locker dreimal so groß wie die Deutsche und im Gegensatz zu vielen Ländern Europas steigt der Lebensstandart hier von Generation zu Generation noch an.

Doch die Wahrheit ist, dass viele Häuser leer stehen und Betreiber von Apartments nachts das Licht in den leeren Wohneinheiten anschalten lassen, um zu suggerieren, dass es keinen Leerstand gibt.

Meine Wohnsiedlung ist da keine Ausnahme. Auch hier steht vieles leer und es gibt sogar einen ganzen Straßenzug der während seiner Errichtung von heute auf morgen aufgegeben wurde.

Genau diesen habe ich vor ein paar Tagen ausgekundschaftet. Es war kein sehr angenehmer Spaziergang. Galt es doch die illegale Mülldeponie, welche gut vor den Bewohnern versteckt liegt, zu durchqueren.

Interessant ist, dass die aufgegeben Häuser nicht so verlassen sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

Überall hing Wäsche und eines der Häuser scheint sogar Strom zu haben, was man an dem Kabel erkennen konnte, welches bis zu den Holzhütten auf der anderen Seite der Deponie reichte.

Ich vermute, dass die Baustelle selbst noch nicht sehr alt sein dürfte. Kaum Schimmel und auch die Wandfarbe scheint bei vielen Häusern trotz des tropischen Klimas noch ganz gut in Takt.

Irgendwie ist schon etwas befremdlich in einem der zerfallenden Rohbauten zu stehen und sich vorzustellen, wie keinen halben Kilometer Luftlinie entfernt gerade eine neue Siedlung aus der Traufe gehoben wird. In Indonesien wird viel gebaut dieser Tage.

Der Zugang zu den Häusern liegt gut versteckt. In einem der intakteren Häuser (auf der linken Seite) gibt es sogar einen Stromanschluss. Menschliche hinterlassenschaften wohin das Auge blickt. Von der Bauweise ähneln die Häuser sehr dem Haus, indem ich momentan wohne. Vielleicht werden die Häuser ja tatsächlich einmal fertig gestellt... ...bevor Mutter Natur die Oberhand gewinnt.

Mein Freund der Baum
Jul 25, 2015 TWEET LINK

Streetlife
Jul 25, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

zu erst möchte ich mich bei euch für dieses wirklich schlechte Foto entschuldigen. Ich habe weder in den Sucher geschaut noch mir über irgendwelche Einstellungen Gedanken gemacht.

Mir geht es bei diesem Foto eher darum euch dieses lustige Gefährt zu zeigen, welches mir da mitten in der Nacht an einer Ampelkreuzung begegnet ist. Denn in einer hypothetischen Zukunft, in der ihr das hier (hoffentlich) lesen werdet, wird es so etwas, wahrscheinlich auf Grund von Ölmangel, nicht mehr geben.

 

Dort wo Gott wohnt
Jul 24, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

kennt ihr das auch: Ihr kommt mach einer durchzechten Nacht nach Hause und der Imam hat bereits zum Gebet gerufen? Wie, kennt ihr nicht? Dann lebt ihr wahrscheinlich in Deutschland und ich muss euch jetzt einiges erklären.

  1. In fast jeder Moschee kommt der Gebetsruf aus der Konserve. Lustig wird es, wenn fünf Moscheen um einen herum das gleiche Gebet um jeweils wenige Sekunden versetzt spielen.

  2. Neben einer Moschee wohnen? Schlechte Idee. Nicht nur wegen der Besucher, die ungefragt in eurer Einfahrt parken. – Ich spreche vor allem von den Megaphonen, deren Lautstärke auf Dauer echt ungesund ist. Dann doch lieber die Einflugschneise eines Großflughafens.

  3. Moscheen gibt es überall. Ich wohne in einer abgelegen Wohnsiedlung und vor ein paar Wochen hat eine Moschee bei mir in der Nachbarschaft eröffnet. (siehe Foto) Nicht das jemand ein weiteres Gotteshaus braucht. Keine 300 Meter weiter steht bereits eines und wer sich noch einmal einen halben Kilometer weiter wagt, hat mindestens drei weitere Moscheen zur Auswahl. Die nächste Schule ist übrigens fünf Kilometer entfernt.

  4. Um eine Kirche bauen braucht es unzählige schwer zu bekommende Genehmigungen. Für eine Moschee braucht man nur Geld.

  5. Jede größere Firma, ist per Gesetz dazu verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine Moschee zur Verfügung zu stellen.

Zweiradakrobaten
Jul 22, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Als ich mit Oma in Europa war, haben wir an einer Radtour teilgenommen. Zweihundert Kilometer in wenigen Tagen.  In Deutschland erntet man dafür ein müdes Lächeln. In Indonesien hingegen sind es Staunen bis Misstrauen. Warum radelt man in Europa auch hunderte Kilometer wenn es Autos, Bus und Bahn gibt.

Genau anders herum ist es beim Eingangsfoto. Derartige Kunststücke gehören hier gewissermaßen zum Alltag. Trotzdem staunt der Resteuropäer in mir jedes mal aufs neue.

Ach und bevor ich es vergesse – Macht das auf keinen Fall nach!

 

Es brennt
Jul 20, 2015 TWEET LINK

Hallo meine lieben Enkelkinder,

Manchmal staunt Opa, wie indonesisch er inzwischen geworden ist. Jacke und Handschuhe bei dreißig Grad im Schatten, Reis zu jeder Mahlzeit und ein Fahrstil, der noch schlimmer ist, als während meines Zivildienstes.

Doch es gibt auch Momente, in denen mich dieses schöne Land verstört.  Bei der Müllentsorgung zum Beispiel. Ich brauche keine dreihundert Meter zu laufen um zu sehen, wo mein Hausmüll landet: Nämlich auf einer Wiese hinter meiner Siedlung, wo er dann von ein paar Ziegen gefressen wird. Was die Ziegen nicht schaffen, wird einmal im Jahr einfach verbrannt. So geschehen vergangenes Wochenende.

Der Zeitpunkt ist denkbar günstig. Die meisten Anwohner sind zu ihren Familien aufs Land gefahren um das Ende des islamischen Fastenmonat zu feiern. Ist auch besser so, denn wer will sich schon freiwillig einer von den Abfällen des vergangenen Jahres räuchern lassen.

Opa hatte übrigens Glück; der Wind stand günstig.

Ramadan
Jul 18, 2015 TWEET LINK

Hallo liebe Enkelkinder,

Ich habe mich ja schon lange nicht mehr zu Wort gemeldet. Das lag vor allem daran, dass Opa viel unterwegs war und nie die Muße gefunden hat, um euch ein paar Zeilen zu widmen. Asche über mein Haupt.

Meine Wahlheimat Surabaya wirkt gerade wie ausgestorben. Und das nicht nur in der kleinen abgelegenen Siedlung, in der ich wohne. Selbst die großen Hauptstraßen sind erschreckend leer. Das liegt daran, dass wir gerade den Ramadan hinter uns gebracht haben und dass alle zu ihren Familien aufs Land gefahren sind.

Keine fliegenden Händler die hupend durch meine Straße knattern, kein Streetfood und keine Hausfrauentreffen. Opa gefällt das.

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